Heute wurde unten am Uniturm ein Transpi gehängt mit der Aufschrift Sparchilbi. Das Transpi, das in den Farben des Bildungsaufstandes gestaltet wurde, nimmt Bezug auf ein Transparent aus den 90ern Jahren. Im Folgenden der Flyertext der kriPo (kritische Politik Zürich) zur Aktion.

1996 wurden in einer breiten Kampagne namens „Sparchilbi“ ein neues Universitätsgesetz, Studiengebührenerhöhungen und Sparmassnahmen, welche Verschlechterungen für die Studierenden und die Angestellten an der Universität zur Folge hatten, bekämpft. Mit dem Motto wurde versucht, auf die horrenden und absurden Ausmasse, welche die Angriffe auf die Bildung in den 1990er Jahren annahmen, aufmerksam zu machen. In dieser Zeit wurden die Grundlagen zur Umgestaltung der Universitäten zu modernen Dienstleistungsbetrieben gelegt.
Die Angriffe durch Reformen und Sparmassnahmen wurden auch in den 00er Jahren weitergezogen. Diverse kantonale Sparmassnahmen, weitere Studiengebührenerhöhungen und die Bologna-Reformen verschlechterten die Bedingungen für die Bildung und fokussierten die Universitätsbildung vermehrt auf die Interessen der Unternehmen.
Und auch derzeit gehen diese neoliberalen Reformen weiter. Als Folge der kantonalen Sparmassnahmen wurden der Universität Zürich in den letzten beiden Jahren 11 Millionen CHF gestrichen. Die Beiträge des Bundes an die ETH wurden gar um 80 Millionen CHF gesenkt. Auch die Umstrukturierungen des Studiums gehen fleissig weiter. Die Streichung der 30er Nebenfächer und die Verschärfung der Studienzeitbeschränkung waren nur der Anfang. Die Streichung weiterer für die Privatwirtschaft uninteressanter Fächer droht, wie auch zusätzliche Aufnahmekriterien für das Studium.
Doch der Uniturm steht für uns nur symbolisch für die gesamte Bildung. Im Rahmen der Kürzungen, die 2016 beschlossen wurden, traf es vor allem die Kantonsschulen hart und Lehrwerkstätten wurden geschlossen und privatisiert. Auch wenn wir uns vor allem im Uniumfeld bewegen, dürfen wir die anderen Bereiche nicht vergessen. Viele Hürden, die verhindern, dass Kinder aus sogenannten bildungsfernen Schichten an die Hochschulen gelangen, bestehen vor dem Beginn des Studiums und werden durch bürgerliche Sparpolitik aufrechterhalten, ausgebaut und neu geschaffen.
Diese „Sparchilbis“ haben sich zu einer weiteren Tradition des Zürcher Bürgertums neben dem Sechsiläuten entwickelt. Und wie das reaktionäre und sexistische Sechsiläuten gehören sie ebenfalls bekämpft und abgeschafft.

Gäg e Uni nur für die Riiche – Studiegebühre ganz wegstriiche!!!
Bildung für alle – sonst gibts Krawalle!!!

kritische Politik Zürich